Anwendungshinweise für die Frage wie reinige ich richtig mit Ultraschall?


 

  • Arbeitsweise zur Ultraschallreinigung
     

    • Inbetriebnahme des Ultraschallgerätes

      Das Ultraschallgerät ist VOR dem Einschalten der Zeitschaltuhr oder der Heizung bis zu der Füllmengenmarkierung zu befüllen. Um die Aufheizphase zu verkürzen, kann hier vorgewärmtes Wasser eingefüllt werden, es sollte jedoch nicht wärmer als 40°C sein, um die Heizung vor Beschädigungen zu schützen.
      Nachdem der Reinigungszusatz in der erforderlichen Konzentration hinzu gegeben wurde, sollte der Ultraschall ca. 10-15 min. angestellt werden, um die Flüssigkeit zu entgasen (einige Geräte haben für diesen Vorgang eine Degas-Funktion, wodurch das Entgasen beschleunigt wird).

    • Vorbehandlung des Reinigungsgutes
      Extrem stark verunreinigte Teile (z. B. mit dicken Fett-, Öl-, Wachs- und Harzrückständen) sollten vor der Reinigung mit Ultraschall mechanisch oder chemisch vorgereinigt werden. So werden unnötig lange Ultraschallzeiten vermieden. Zudem wird die Standzeit der Reinigungslösung durch die Reduzierung der eingebrachtenVerunreinigungen erhöht.

      • Hinweis: Die Ultraschall-Reinigung stellt eine Feinreinigung dar, die selbst hartnäckigste Verunreinigungen an schwer zugänglichen Stellen (Sacklöcher, Bohrungen, Fugen etc.) sicher entfernt. Im Falle der oben genannten Verunreinigungen sind aber auch dem Ultraschall Grenzen gesetzt. So können z. B. hochviskose Fette, Silikonpasten, aber auch extreme Schmutzklumpen nicht allein durch eine Ultraschall-Reinigung entfernt werden. Diese Schichten stellen für den Ultraschall eine „Barriere“ dar, die nur sehr langsam durch den Ultraschall entfernt wird. Solche Verunreinigungen sollten manuell weitestgehend vor der Ultraschallreinigung entfernt werden.
         

    • Reinigungsvorgang

      Das Reinigungsgut darf nicht direkt auf dem Wannenboden abgelegt werden, da es zu Schäden sowohl an den zu reinigenden Teilen als auch am Schwingsystem führen kann.

      Mittels einer geeigneten Aufnahme (z.B. Korb, Kran) sollte das Reinigunsgut in das Bad geführt werden. Dabei ist zu beachten, daß Vertiefungen, Hohlräume Sacklöcher etc. vollständig von dem Medium durchspült werden, da hier sonst kein Reinigungseffekt eintritt. Eventuell müssen dazu die Teile im Becken mehrfach gedreht oder auch leicht geschüttelt werden.

      Da die Schwingelemente in den meisten Fällen am Boden der Wanne befestigt sind, breitet sich der Ultraschall von unten nach oben aus. Mehrere Teile sollten daher nicht gestapelt in das Bad gelegt werden, um die Enstehung von Schallschatten an den oberen Teilen zu Vermeiden. Der Reinigungseffekt wäre hier deutlich geringer. Je nach Grad und Verteilung der Verschmutzung können die Teile auch während der Reinigung gedreht werden, um die Wirkung des Ultraschalls zu erhöhen.

      Die Dauer der Reinigung ist bestimmt durch die Stärke der Verschmutzung und die Materialverträglichkeit des Reinigungszusatzes. Sie kann von einigen Sekunden (z.B. Drahtreinigung) über Minuten (z.B. Brillen) bis zu 1 oder 2 Stunden (z.B. Vergaser) dauern.

      Sollte die Reinigungsleistung während des Vorgangs deutlich nachlassen, ist das Medium gesättigt. Dann muss das Bad abgelassen und neu angesetzt werden.

    • Temperatur des Ultraschallbades

      Eine Erwärmung der Reinigungslösung beschleunigt den Reinigungsvorgang teilweise erheblich. Insbesondere bei Entfettungen sollte eine Temperatur von mindestens 55°C im Bad gegeben sein. Bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen, wie z.B. bitumenhaltige Verunreinigungen, kann die Temperatur auch deutlich darüber liegen, wenn die Temperaturbeständigkeit des Reinigungsgutes gegeben ist.
      Die Desinfektion von medizinischen Instrumenten etc. oder auch die Abreinigung von z. B. eiweißhaltigen Verunreinigungen mit Ultraschall sollte nur mit einer Temperatur unter 40°C erfolgen, da oberhalb von 40°C die Eiweißkoagulation einsetzt, welche die Desinfektion und Reinigung erschwert. Da bei langen Reinigungszeiten das Medium allein durch den Einfluß des Ultraschalls diese Temperatur erreichen kann, ist auf eine zusätzliche Kühlung zu achten.
       

    • Spülung des Reinigungsgutes

      Nach der Reinigung im Ultraschallbad muss eine gründliche Spülung des Reinigungsgutes mit Wasser erfolgen, um die Reinigungslösung und die in ihr enthaltenen Verschmutzungen vollständig zu entfernen.
      Spülungen im Tauchbad führen nach einer gewissen Anzahl zu einer Kontamination des Spülbades. Diese sollte natürlich durch rechtzeitiges Wechseln des Wassers vermieden werden.
      Alternativ kann auch unter fließendem Wasser gepült werden. Bei schwierigen Geometrien muss hier aber darauf geachtet werden, daß die Reinigungslösung wirklich überall abgespült wird.
      Zur Vermeidung von Kalkrückständen kann mit VE-Wasser gespült werden.
      Bei allen Spülarten gilt, daß die Spülung mit erwärmten Wasser die Trocknungszeit verkürzt.
       

    • Trocknung des Reinigungsgutes

      Ob eine zusätzliche Trocknung des Reinigungsgutes erforderlich ist, richtet sich nach den individuellen Anforderungen des Anwenders. So sollte z.B. bei anschließender Verpackung das Reinigungsgut mittels Trogtrockner oder auch Heißluft ausreichend getrocknet werden. In den meisten Fällen reicht allerdings ein einfache Lufttrocknung bereits aus. Wie oben erwähnt, kann hierbei die Trocknungszeit durch eine erwärmtes Spülbad stark verkürzt werden.
       

    • Nachbehandlung

      Die Weiterbehandlung (Trocknung, Korrosionsschutz etc.) wird durch die spezifischen Anforderungen an den Zustand der Teile bestimmt.